Nach sechs Jahren wieder medizinische Hilfe in Mariama
Ein Flugzeug, ein medizinisches Team und zwei intensive Einsatztage: In Mariama erhalten Hunderte Menschen erstmals seit Jahren Zugang zu medizinischer Versorgung.
Ein Bericht von Hillim Gitonga
Als das MAF-Flugzeug auf der Landepiste von Mariama aufsetzt, ist es ein strahlend heller Morgen – in jeder Hinsicht.
Erst vor einem Jahr wurde die Landepiste instandgesetzt. Dadurch konnten Mariama und die umliegenden Gemeinden wieder zuverlässig mit der Außenwelt verbunden werden. In einer Region, in der es schlicht keine Straßen gibt und eine Reise auf dem Fluss mehrere Tage dauern kann, können die Flugdienste von MAF den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Sie bringen den Menschen zugleich ein Zeichen der Liebe Gottes.
„Das ist die einzige Möglichkeit, eine Gemeinde wie Mariama zu erreichen“, sagt Maureen Maharigu, Leiterin der Pflegeabteilung am Kompiam District Hospital und Teamleiterin des heutigen medizinischen Versorgungseinsatzes aus der Luft. „Ohne MAF hätten wir diesen Ort einfach nicht erreicht.“
Maureen erklärt, dass in Mariama mehr als 500 Menschen leben, es in der gesamten Umgebung jedoch keine medizinische Einrichtung gibt.
Nach dem Aussteigen aus dem passend benannten Flugzeug „P2-AHP“ – kurz für „Aerial Health Patrol“, also medizinischer Versorgungseinsatz aus der Luft – besteigt das Team der Enga Baptist Health Services ein Motorboot. Zwanzig Minuten lang fahren die Mitarbeitenden flussaufwärts zu dem von dichtem Wald umgebenen Dorf.
Als das Geräusch des Außenbordmotors näher kommt, versammeln sich die Dorfbewohner am Flussufer. Sie wollen die neun medizinischen Fachkräfte willkommen heißen.
„Als wir uns dem Dorf näherten, hörten wir in der Ferne Gesang“, berichtet Maureen. „Wir wurden herzlich mit Liedern und Blumengirlanden empfangen.“
Das Team verlässt das Boot mit Medikamenten, Impfstoffen, Testsets und weiteren Materialien für den medizinischen Einsatz. Anschließend werden die Mitarbeitenden zum auf einem Hügel gelegenen Zentrum der Gemeinde geführt.
„Wir saßen zusammen und tranken frischen Kokosnusssaft, während wir über die Gründe für unseren Besuch sprachen“, erzählt Maureen.
Danach beginnt die Arbeit. Während des zweitägigen Einsatzes will das Team möglichst viele Menschen behandeln. Zu den häufigsten Diagnosen gehören Malaria, Frambösie, Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen und der Verdacht auf Tuberkulose. Außerdem erhalten 22 schwangere Frauen eine Schwangerschaftsvorsorge – viele von ihnen zum ersten Mal.
„Nahezu jedes Kind aus den Dörfern entlang des Flusses wurde positiv auf Malaria getestet“, sagt Maureen. „Es war erschütternd zu sehen, wie sehr die Menschen ohne eine angemessene medizinische Versorgung leiden mussten.“
Bei diesem Einsatz, dem ersten seit 2020, lässt das Team keine Gelegenheit ungenutzt. In einer Ecke untersucht die Zahnärztin Philomena Baking sorgfältig den Mund eines Patienten. Später hält sie einen Vortrag über Mund- und Zahnpflege.
Währenddessen führt die Gemeindegesundheitshelferin Londe Iki eine Säuglingssprechstunde durch, verabreicht mehr als 500 Impfungen an Kinder unter fünf Jahren und informiert die Bevölkerung über Impfungen. Der Pflegefachmann Stewart Jackson und der angehende Gesundheitsberater Samuel Londe untersuchen gemeinsam alle erkrankten Erwachsenen und Kinder.
Drei Menschen mit Augeninfektionen werden behandelt, 16 mit Hauterkrankungen, sechs mit Asthma und eine Person wegen Unterernährung. Die Liste der behandelten Beschwerden ist lang.
Darüber hinaus führt das Team Informationsveranstaltungen zur Vorbeugung von Malaria, zu Ernährung, Hygiene, Stillen und Tuberkulose durch. Insgesamt erreichen diese Angebote 462 Menschen aus der Gemeinde.
Noch vor Ende des zweiten Tages wird dem Team erneut vor Augen geführt, wie lange Mariama von medizinischen Leistungen abgeschnitten war: Alle Malaria-Schnelltests und Antibiotika der ersten Wahl sind aufgebraucht.
„Die Reise nach Mariama werde ich nie vergessen“, sagt Maureen.
Als das Team wieder in das MAF-Flugzeug steigt, um nach Kompiam zurückzukehren, wird das beeindruckende Ergebnis dieses Einsatzes deutlich: Insgesamt wurden 539 Patientinnen und Patienten behandelt.
Der 30-minütige Flug über das gebirgige Hochland von Papua-Neuguinea ist für das Flugzeug problemlos zu bewältigen. Für ein medizinisches Team, das Lebensmittel und medizinische Ausrüstung auf dem Rücken tragen müsste, wäre eine solche Reise dagegen schlicht nicht möglich.
Ohne den medizinischen Versorgungseinsatz von MAF aus der Luft hätte diese mobile Klinik niemals stattfinden können.